17.11.2011 - „Runder Tisch“ stimmt für Gesamt-Veranstaltungskonzept für Minden

Hiermit möchte ich Euch/Sie alle darüber informieren, in welcher Art und Weise das Orgateam von „Minden wehrt sich“ zuletzt aktiv war
Schon früh hatten wir im Visier, einen „Runden Tisch“ durchzuführen, an dem sämtliche Veranstalter und Vertreter der Verwaltung der Stadt Minden, aber auch die Politik und die Schausteller teilnehmen würden. In einem ersten Gespräch mit der Verwaltung erhielten wir die Antwort, dass es eigentlich Sache der Stadt Minden sei, diesen „Runden Tisch“ durchzuführen, weil sie, wie kein anderer, in der Materie stecke und daher für die Ausrichtung prädestiniert sei. Zudem habe sie von den Veranstaltern nach deren Events nur positive Rückmeldungen erhalten. Die Teilnahme der Politik sei zudem nicht erforderlich. Das sahen wir natürlich ganz anders. Zum einen wurde uns seitens der im Mindener Stadtrat vertretenen Fraktionen signalisiert, dass sie diesem „Runden Tisch“ gern beiwohnen würden, um damit näher am Thema zu sein, zum anderen stellten wir fest, dass einem der beiden Beteiligten (Verwaltung und Veranstalter) bei einer Veranstaltung der Stadt nur schwer die Rolle des Moderators zufallen könne. Natürlich sah man das bei der Verwaltung anders, was uns aber nicht daran hinderte, „unseren“ Runden Tisch dennoch durchzuführen. Und das ungeachtet einer „Behördenrunde“ mit ähnlichem Inhalt, die zwei Tage später im Rathaus stattfinden sollte (und stattfand). Und in Sachen „Rückmeldung der Veranstalter“ über ihre diesjährigen Feste gingen die Meinungen ja nun auch deutlich auseinander.

Den Kreis der Veranstalter haben wir für den „Runden Tisch“ von „Minden wehrt sich“ bewusst nicht nur auf den durch die Mediation betroffenen Immissionsbereich „Markt/Kl. Domhof“ beschränkt, sondern auch weitere Veranstalter von größeren Events eingeladen. Einzig Stadtfest-Veranstalter Karl-Wilhelm Bruns nahm von einer Teilnahme Abstand, die „Weserlieder“ mussten aufgrund nachvollziehbarer Gründe zu ihrem Bedauern kurzfristig am Veranstaltungstag absagen. Vertreten waren in der „Scala“ des Victoria-Hotels somit folgende Events: Gourmet-Meile und Kultur-Sommerbühne (Minden Marketing), Mindener Freischießen (Mindener Bürgerbataillon), Jazz-Summernight (Jazz Club Minden), Weinfest (Werbegemeinschaft Minden), Sommernachts-Gartenfest (Rebenkompanie), Nacht im Fort C (Förderverein Fort C) und Int. Weserdrachencup (KSG Minden). Die Verwaltung wurde repräsentiert durch den 1. Beigeordneten Peter Kienzle sowie vom Ordnungsamt durch die Herren Brendes und Bornemann. Die Schausteller mussten leider aufgrund einer Großveranstaltung in Rinteln passen, machten aber nachhaltig deutlich, dass sie an dieser Thematik sehr interessiert seien und sagten „Minden wehrt sich“ auch ihre Unterstützung zu. Aus dem Mindener Rat waren die SPD, CDU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, MI und BBM anwesend. Die Interessen von „Minden wehrt sich“ wurden durch vier Mitglieder des Orgateams vertreten.

Schwerpunkte des „Runden Tisches“ waren neben einer kurzen Einführung und Vorstellung der Teilnehmer ein Fazit aller Veranstaltungen und das Vorantreiben eines Gesamt-Veranstaltungskonzepts für Minden. Natürlich war allen Beteiligten klar, dass dieser erste Versuch, sich gemeinsam um die Thematik „Veranstaltungen in Minden“ zu kümmern, noch keine rekordverdächtigen Ergebnisse würde produzieren können, es müsse aber ein Anfang gemacht werden, ohne den wir dauerhaft weiter auf der Stelle treten würden. Und das würde ja letztlich niemanden helfen und die Situation dauerhaft nicht verbessern.
 
Beim Rückblick der Veranstalter wurde – wie von uns erwartet – nicht mit kritischen Tönen gespart. Es blieb aber alles in dem sachlichen Rahmen, den wir uns gewünscht hatten, denn der „Runde Tisch“ sollte den Blick nach vorn richten und nicht zu einer Generalabrechnung mit der Verwaltung werden. Daran haben sich aber auch all jene, die sich zu Wort meldeten, gehalten. Die veränderte Zeitschiene der Events mit den frühen Endzeiten habe unübersehbare Löcher in die Finanzierung gerissen, so der einhellige Tenor. Und sollte sich hier keine Änderung einstellen, seien Veranstaltungen sogar in akuter Gefahr. Man dürfe zudem nicht vergessen, dass ein Großteil der Events nicht von kommerziellen Betreibern, sondern im Ehrenamt tätigen Vereinsmitgliedern durchgeführt würde. Ohne deren großes Engagement wären einige Veranstaltung schon in früheren Jahren ohnehin schon nicht möglich gewesen. Durch das frühere Veranstaltungsende würden nun deutlich größere rote Zahlen geschrieben. Für einen Verein sei dies dauerhaft nicht vertretbar. Die geänderten Zeiten waren im Übrigen durch die Bank von allen Veranstaltern als negativ bewertet worden. Sie hätten zu erheblichen wirtschaftlichen Einschnitten geführt.

Die Verwaltung positionierte sich bei den Resümees deutlich auf ihrer rechtlichen Schiene und hob noch einmal die nicht von allen Bürgern geteilte Meinung hervor, dass das Mediationsergebnis das bessere Resultat gegenüber einem Rechtsstreit gewesen sei.

Für „Minden wehrt sich“ hatten sich in vorherigen Gesprächen drei wichtige Punkte herauskristallisiert, denen man sich in einem Gesamtkonzept für Minden besonders widmen müsse. Neben dem Ort und der Zeit der Veranstaltungen seien dies die generelle Lautstärkeproblematik sowie die Veranstaltungssicherheit, die eine erhöhte Aufmerksamkeit einfordere. Seitens „Minden wehrt sich“ wurde im Rahmen des „Runden Tisches“ zunächst deutlich gemacht, dass man die Gesamtsituation nur wird verbessern können, wenn alle Seiten mehr miteinander und frühzeitiger kommunizieren und mehr Fingerspitzengefühl füreinander entwickeln würde. Das müsse die Basis allen Handelns sein – aber nicht nur einseitig durch die Veranstalter.

Zwei Punkte scheinen kurzfristig regelbar. Hier wurde seitens der Verwaltung zumindest in Sachen nächtlicher Abbau bei Festen schon eingegriffen. In unseren Gesprächen mit Anliegern wurde deutlich, dass weniger die Musik als störend empfunden wird, als der Abbau in jenen Stunden, in denen man eigentlich schlafen würde. Zeltplanken, Eisenstangen – alles würde auf den Boden fallen und eine nicht unerhebliche Beeinträchtigung der Nachtruhe darstellen. Als zweiten Punkt führten die Anlieger, darunter auch die Gastronomen, für die es ein ständiges Hin und Her beim Wegräumen der Bestuhlung sei, an, dass ungeachtet der großen Veranstaltungen viel zu viele Events auf dem Marktplatz stattfinden würden. Reicht nicht eine Auto-Schau? Muss jede Kleinigkeit auf dem Marktplatz präsentiert werden? Dafür würde Minden auch andere Flächen bieten.

Womit man sich in der Diskussion schon mitten im Gesamt-Veranstaltungskonzept befand. Um dauerhaft eine Verbesserung zu erzielen, müssten auch die anderen, in Minden zweifellos vorhandenen Flächen für Veranstaltungen genutzt werden: Johannis-Kirchhof, Schlagde, Glacis im Bereich Schwanenteich, Simeonsplatz, Martini-Kirchhof, etc. Sollte sich vielleicht der ein oder andere Veranstalter entscheiden, mit seinem Event auf eine andere Fläche zu gehen, würde das die Verhandlungsposition für längere Zeiten auf dem Marktplatz sicherlich verbessern. Voraussetzung für einen „Umzug“ seien natürlich positive Zeichen. Dazu zähle unbestritten, dass ein Event an einem anderen Standort nicht so früh wie bislang beendet werden müsse. „Minden wehrt sich“ erklärte sich daher bereit, in enger Kooperation mit Minden Marketing nach entsprechenden Möglichkeiten zu suchen und Gespräche mit der Verwaltung zu führen. Das würde natürlich nicht heißen, dass Veranstaltungen „zwangsweise“ ausgesiedelt würden. Alles basiere nur auf Freiwilligkeit. Was anderes würde „Minden wehrt sich“ auch nicht mitmachen.

Die Veranstalter sind mit der Prüfung der Verlegungsmöglichkeiten (was noch nicht heißt, dass ein Umzug auch erfolgt) einen deutlichen Schritt in Richtung Gesamt-Veranstaltungskonzept gegangen. Jetzt sei auch die Verwaltung gefordert, besagtes Fingerspitzengefühl zu beweisen und alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um auch ihren Anteil an Verbesserung bringenden Veränderungen zu leisten. Denn wie sagte ich zum Abschluss: „Das Ganze darf keine Einbahnstraße sein!“ Ist das nicht der Fall, dann hat der „Runde Tisch“ von „Minden wehrt sich“ im Gegensatz zur inhaltslosen Behördenrunde, bei der kritische Töne und Zukunftsvorstellungen ausblieben, bereits bei seiner Premiere Zeichen für die Zukunft setzen können. Ein Anfang ist gemacht, jetzt gilt es dran zu bleiben. Und „Minden wehrt sich“ wird dabei sein, um die Interessen der vielen Mindener Bürgerinnen und Bürger weiter im Auge zu haben.

Euer / Ihr

Volker Krusche
 
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